Pressemeldungen vom Tierheim Wesel

Drei Mal weitergereicht - dann

Drei Mal weitergereicht - dann

ausgesetzt an der Bundesstraße vor dem Tierheim

Pressemeldung

Tierheim Wesel, 22. Januar 2018. Vor zwei Tagen wurde ein alter, zitternder Jack-Russel an der Bundesstraße vor dem Tierheim ausgesetzt.

Im Tierheim wird sofort recherchiert. Der Rüde trägt einen Chip, man kontaktiert das Haustierregister Tasso und erfährt, dass Odin bis vor sechs Jahren eine Besitzerin in Duisburg hatte. Sie gab ihn dann an eine Frau in Dinslaken ab - und diese Halterin reichte ihn vor 14 Tagen angeblich wieder weiter. An die neuen Besitzer kann sie sich nicht erinnern.

Odin ist elf Jahre alt, ein ergrauter Hundesenior, der i seinem Leben offensichtlich laufend hin und hergeschoben wurde, bis seine letzten Besitzer jetzt auf besonders unfaire Weise den Schlussstrich zogen: Sie banden ihn an der Bundesstraße vor dem Tierheim fest. "Bei den meisten ausgesetzten Tieren hat man kaum Chancen, die Täter ausfindig zu machen", sagt Tierheimleiterin Gabi Wettläufer. "Doch in diesem Fall haben wir durch den Chip und die Registrierung schon wichtige Hinweise auf die über die Jahre beteiligten Kontaktpersonen erhalten."

Noch wartet das Tierheim auf die Rückmeldung der vorletzten Besitzerin in Dinslaken, die Odin nach eigener Angabe vor zwei Wochen weitergab. "Wenn wir diese Angaben zu den vermeintlich neuen Haltern im Laufe des Tages nicht bekommen, leiten wir den Fall noch heute an die Polizei", so Gabi Wettläufer. "Das Aussetzen von Tieren ist keine Kleinigkeit", betont die Tierheimleiterin. "Ein Tier auszusetzen ist nach §3 TierSchG verboten und wird als Ordnungswidrigkeit gemäß §18 Abs. 1 Nr. 4 TierSCHG mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet."

Der Hundesenior ist inzwischen der dritte alte Hund, der von seinen Haltern ins Tierheim gebracht wurde. "Nicht umsonst sind unsere Auflagen für eine Vermittlung so hoch", erklärt Gabi Wettläufer. "Wer sich für einen Hund interessiert, muss mindestens fünf bis sechs Mal zu Spaziergängen ins Tierheim kommen, die gesamte Familie mitbringen und den Hund zur Probe für einen oder mehrere Tage mit nach Hause nehmen." Diese, von Besuchern oft als zu streng kritisierten, Bestimmungen sind Schutzmaßnahmen für die Tierheimhunde, die schließlich in zuverlässige Hände vermittelt werden sollen.      

"Gerade so ein trauriger Fall wie der von Odin", so die Tierheimleiterin, "zeigt, wie wichtig eine verantwortungsvolle Vermittlung ist." Damit sich die künftigen Hundehalter nicht in Kürze wieder von ihrem Tier trennen, müssen alle Aspekte der Hundehaltung in ausführlichen Gesprächen abgeklärt werden. Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung des Hundes einverstanden, passt das Tier mit seinen Ansprüchen an Bewegung, Beschäftigung in die Familie, kann der Hund alleine bleiben und wie groß ist die Bereitschaft, das Tier auch bis ins hohe Alter zu versorgen?

Das Tierheim Wesel nimmt Hinweise zu Odin gerne entgegen und freut sich über  Unterstützung seiner Tierschutzarbeit. Infos unter www.bv-tierschutz.de und www.tierheim-wesel.de.    

 

   Tierheim Wesel appelliert an Familien:

Tierheim Wesel appelliert an Familien:

Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

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Tierheim Wesel, 23. November 2017. In vielen Familien wird in den Wochen vor Weihnachten oft nichts so emotional - und kontrovers - diskutiert wie die Anschaffung eines Tieres. Doch die Adventszeit und Silvester sind der denkbar schlechteste Zeitpunkt, ein neues Familienmitglied willkommen zu heißen.

"Wir erleben es leider immer wieder, dass Tiere zu Weihnachten oder Ostern verschenkt und schon wenig später im Tierheim abgegeben werden", sagt Gabi Wettläufer bedauernd. Sie leitet seit 2011 das Tierheim Wesel, das zum Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) gehört.  

Ein Hundebaby unter dem Weihnachtsbaum, ein kleines Kätzchen oder zwei Kaninchenbabys - was in den ersten Wochen die Beschenkten noch begeistert, wird spätestens dann als Belastung empfunden, wenn Erziehung, Stubenreinheit, regelmäßige Bewegung und das Pflegen der Tiere bzw. das Reinigen der Kleintier-Unterkünfte ansteht.

Das Tierheim Wesel rät jedem, der sich - wann immer - mit der Anschaffung eines Tieres trägt: Setzen Sie sich mit allen Familienmitgliedern zusammen und überlegen Sie genau:

  • Sind wirklich alle Familienmitglieder von der Anschaffung eines Tieres überzeugt und bereit, Verantwortung und Pflichten zu übernehmen?
  • Ist tatsächlich neben Schule und Beruf genügend Zeit für ein Tier mit seinen Ansprüchen an Kommunikation, Bewegung, Beschäftigung und die Gestaltung eines artgerechten Umfeldes da?
  • Wer übernimmt hauptsächlich die Erziehung des Hundes und bleibt auch dann am Ball, wenn es Schwierigkeiten gibt?
  • Kann die zeitliche und finanzielle Versorgung des Tieres auch im Krankheitsfall sichergestellt und die Betreuung während des Urlaubs geregelt werden?

"Ähnliche Fragestellungen gelten im Prinzip für alle Tierarten, mit denen Sie zusammen leben möchten", erklärt Gabi Wettläufer. Kleintiere und Vögel müssen grundsätzlich mindestens zu zweit gehalten und ihnen neben großen Gehegen/Volieren mehrfach täglich die Möglichkeit des Auslaufs bzw. Freiflugs gewährt werden.

Keinesfalls sollte in ein junges oder erwachsenes Tier aus dem Internet geordert werden. Gerade in der Vorweihnachtszeit wird offensiv um das Interesse an Hunde- und Katzenwelpen oder anderen Tierarten geworben. Die Tierheimleiterin dazu: "Der Verkauf von lebenden Tieren im Internet ist verantwortungslos. Die Tiere kommen oft aus dubiosen Zuchten, sind krank und haben oft schon viel Leid in ihrem jungen Alter erfahren."  

Wer unsicher ist, ob Kinder das Interesse an einem Tier vielleicht schnell wieder verlieren, könnte sich zu Weihnachten folgende Überraschung überlegen. "Bieten Sie Ihren Kindern doch an, gemeinsam die regelmäßige Betreuung eines Hundes zu „proben“. Entweder als Gassigänger in einem Tierheim oder als nachbarschaftliche Hilfe, wenn ein Hund bei seinen älteren Besitzern nicht mehr genügend Auslauf  erhält", rät Gabi Wettläufer.

Oder verschenken Sie eine Patenschaft für ein Tier aus dem Tierheim Wesel. Diese Tiere - Hunde, scheue Katzen und Hängebauchschweine - können sehr gerne nach Absprache besucht werden. "Eine Patenschaft ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk", so die Tierheimleiterin, "weil die Beschenkten für das Wohlergehen "ihrer Tiere" Sorge tragen und Verantwortung für sie empfinden."    

Termintipp: Am 25. und 26. November findet im Tierheim jeweils ab 11 Uhr ein Verkauf von selbstgebastelten Adventskränzen statt. Außerdem gibt es kleine Snacks. Der Erlös kommt den Tieren zugute. Mehr Infos unter www.bv-tierschutz.de

 

Zum internationalen Welthundetag

Zum internationalen Welthundetag

Hundehaltung heißt Verantwortung

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Tierheim Wesel, 9. Oktober 2017. Morgen ist Welthundetag - für Hunde wie Lady, Josy, Titus und viele ihrer Artgenossen aus dem Tierheim Wesel kein wirklicher Grund zu feiern. Sie wurden ausgesetzt oder aufgefunden, in jedem Fall von ihren früheren Besitzern nicht mehr gewollt. Für Hunde, besonders aber für sensible Tiere, ist die Trennung von ihren ehemaligen Bezugspersonen ein oft traumatischer Einschnitt in ihrem Leben.

"Die Hundehaltung mit all ihrer Verantwortung wird häufig unterschätzt", sagt Gabi Wettläufer mit Blick auf das Internet, das den spontanen, unüberlegten Erwerb von Tieren aller Art rasant begünstigt hat. Sie leitet seit sechs Jahren das Tierheim Wesel, das zum Bundesverband Tierschutz gehört, und hat in dieser Zeit vielen Hunden den Weg in ein gutes Leben ermöglichen können. "Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen einem Menschen und seinem Hund entsteht nicht von alleine. Die Hundehalter müssen bereit und in der Lage sein, ihrem Hund ein fairer, souveräner menschlicher Partner zu sein", so die Tierheimleiterin.

Während die ca. ein Jahre alte Schäferhündin Lady erst wenige Monate auf ein schönes Zuhause wartet, gibt es Hunde wie den inzwischen verstorbenen Staffordshire-Mix Jack, die ihr Leben im Tierheim beschließen.

"Wenn ein Hund keine Chance mehr bekommen hat, sich außerhalb des Tierheims Menschen anzuschließen und mit ihnen ein eigenes Leben führen zu dürfen, ist das mehr als traurig", findet Gabi Wettläufer und appelliert an alle, die sich mit dem Gedanken an die Anschaffung eines Hundes tragen: "Geben Sie Hunden aus dem Tierheim eine Chance. Ob Sie und Ihr Hund ein gutes Team werden, hängt nicht von der Rasse, dem Aussehen des Hundes und schon gar nicht von seinem Preis ab."

Im Tierheim Wesel werden Interessenten ausführlich beraten, welches Tier in ihren Lebensrhythmus passt und sie erhalten die Möglichkeit, sich an mehreren Probetagen besser kennenzulernen. Mehr Infos zum Tierheim Wesel unter www.tierheim-wesel.de und zu seinem Träger unter www.bv-tierschutz.de    

So viele Katzen-Notfälle wie noch nie

So viele Katzen-Notfälle wie noch nie

Tierheim Wesel kurz vor Aufnahmestopp

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7. August 2017, Tierheim Wesel. Anlässlich des Weltkatzentages am 8. August appelliert Gabi Wettläufer inständig an den Kreis Wesel. "Wir brauchen dringend eine Katzenschutzverordnung, um endlich dem Leid der herrenlosen Katzen effektiv begegnen zu können", erklärt die Leiterin des Tierheims Wesel, das dem Bundesverband Tierschutz angehört.

49 Katzenbabys werden im Tierheim versorgt. Wenn die Welpen oft erst wenige Tage  alt ins Tierheim kommen, sind sie in der Regel lebensgefährlich geschwächt. Erkrankungen, wie Katzenschnupfen oder Augenherpes, können sich dann rasend schnell unter den instabilen Katzenbabys verbreiten. Im Tierheim Wesel leiden derzeit 15 Kleine unter dem gefürchteten Augenherpes, neun zeigen bereits erste Anzeichen der viralen Infektion. Einem Kätzchen musste aufgrund des schwerwiegenden Krankheitsverlaufes bereits ein Auge entfernt werden.

"Wenn sich unkastrierte Freigängerkatzen im Kreis Wesel weiter ungehindert vermehren und Nachkommen in die Welt setzen, werden wir nicht nur eine stetig steigende Katzenpopulation bekommen, sondern auch eine zunehmend kränkere", sagt die Tierheimleiterin. Denn je mehr Katzen in einem Gebiet um das Überleben kämpfen müssen, desto geringer wird das Nahrungsangebot für die Tiere. Die unternährten, geschwächten Katzen werden anfällig für Erkrankungen, pflanzen sich jedoch trotz ihres elendes Zustandes weiter fort. Eine Katze wirft im Schnitt zwei Mal pro Jahr drei bis sechs Nachkommen.   

"Fast jede Katze, die wir im Tierheim aufnehmen, ist gesundheitlich angeschlagen, einige sogar schwer krank", so Gabi Wettläufer. Die tiermedizinische Versorgung ist dann meistens sehr aufwändig und teuer. Auf diesen Kosten bleibt das Tierheim sitzen - und hat gleichzeitig in den vergangenen Jahren Ausbauten vornehmen müssen, um der ständig steigenden Zahl von Katzennotfällen gerecht werden zu können. Aktuell plant das Tierheim ein neues Katzenfreigehe und bittet dafür um finanzielle Unterstützung von Tierfreunden.  

"Wir brauchen eine Katzenschutzverordnung für Wesel, die den Katzenhaltern bindend vorschreibt, ihre Tiere nur kastriert, gechippt und registriert auf die Straße zu lassen", sagt die Tierheimleiterin. Sie hofft, dass sich für die gesunden Katzen zügig neue Besitzer finden, damit wieder Platz für Neuzugänge entstehen kann. "Im Augenblick sind wir so überbelegt, dass wir nur noch sehr ernste Notfälle aufnehmen können, sagt Gabi Wettläufer abschließend."

Interessenten für die Katzen und natürlich auch die anderen Tierheimtiere sind zu den Öffnungszeiten herzlich willkommen. Mehr Infos unter www.tierheim-wesel.de     

 

Großes Sommerfest im Tierheim Wesel

Großes Sommerfest im Tierheim Wesel

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Tierschutztalk mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und BVT-Vorstand Dr. Gerd Gies

Tierheim Wesel, 1. Juni 2017. Am Sonntag, den 11. Juni, findet von 12.00 bis 18.00 Uhr das Straßenfest mit dem Tierheim Wesel und seinen angrenzenden Nachbarn statt. "Wir freuen uns ganz besonders", sagt Tierheimleiterin Gabi Wettläufer, "dass die Bürgermeisterin  Ulrike Westkamp auch in diesem Jahr wieder bei uns sein und an unserem Tierschutztalk teilnehmen wird."

Ob die Stadt Wesel dem Vorbild von Voerde folgen und eine Katzenschutzverordnung erlassen wird - das ist eines der Themen, die besonders dem Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) als Träger des Tierheims Wesel am Herzen liegen. "Unser Tierheim hat sehr darunter zu leiden, dass es noch keine Verpflichtung zur Kastration und Registrierung von Freigängerkatzen in Wesel gibt", sagt Dr. Gerd Gies.

Die Aufnahmezahlen von Katzen sind jedes Jahr hoch, genauso die Aufwendungen für deren Kastration und tiermedizinische Versorgung. "Über eine entsprechende Verordnung, die alle Katzenbesitzer verpflichtet, ihre Freigänger zu kastrieren, wären wir sehr froh", erklärt der BVT-Vorsitzende, der die Diskussionsrunde leiten wird.

An dem kleinen Tierschutztalk, der kurz nach der Eröffnung des Tierheimfestes durch Dr. Gies gegen 12.00 Uhr beginnen wird, nehmen außer der Bürgermeisterin die Ordnungsämter Voerde (Frau Hesselmann) und Schermbeck (Frau Fasselt und Frau Lindemann) teil sowie von Tierheimseite der Tierarzt Dr. Boffin und die Leiterin Gabi Wettläufer. 

Die "AndersArtigen" (Christian Gadow und Phil Schmitz vom Niederrhein) sind wieder dabei und verführen ihr Publikum mit einer ganz besonderen Mischung aus Comedy und Zauberei. Daneben präsentieren sich 16 Anbieter mit Accessoires rund um die Haustierhaltung, Halsbändern, Leinen, Schmuck, Halstüchern, Tierfutter und vielem mehr, was Tierhalter begeistert.

Natürlich erwartet die Gäste wieder ein reichhaltiges Kuchenbuffet, verschiedene Salate, vegetarische Köstlichkeiten und weitere Spezialitäten. Der BVT selbst ist mit einem großen Infostand vertreten und gibt Interessierten gerne Auskunft über seine  Tierschutzarbeit in der Region und seine ambitionierten Aktivitäten im politischen Tierschutz. Das Tierheimteam steht Ihnen für alle Auskünfte über die Schützlinge im Tierheim jeder Zeit zur Verfügung.   

Der Erlös des Sommerfestes und der Tombola, die wie in jedem Jahr von großzügigen Spendern bestückt wird, fließt in die dringende Sanierung der Katzengehege. 

Das Tierheim Wesel lädt alle Tierfreunde ganz herzlich zu dem Straßenfest ein und freut sich über zahlreiche Besucher. Weitere Infos auf www.tierheim-wesel.de

 

Termin und Ort:

  1. Juni, 12.00 bis 18.00 Uhr

Tierheim Wesel, An der Lackfabrik 4, 46485 Wesel

Telefon: 0281-56699

info@tierheim-wesel.de

bei Auszug in Wohnung zurückgelassen

bei Auszug in Wohnung zurückgelassen

Kater Elvis ist schwer krank

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Not-OP im Tierheim Wesel rettet Elvis hoffentlich das Leben 

Tierheim Wesel, 5. April 2017. Als seine Besitzer die Wohnungstür hinter sich verschließen, ahnt Kater Elvis nicht, dass sie ihn damit seinem Schicksal überlassen, gleichgültig und mitleidslos. Doch Elvis hat Glück im Unglück: Nachbarn sorgen dafür, dass der fünfjährige Perserkater befreit und ins Tierheim gebracht wird.

Dort ist das Team um Gabi Wettläufer schockiert über seinen Zustand: "Zuerst fiel uns nur seine äußere Verwahrlosung auf, das stark verfilzte Fell. Doch bei der näheren Untersuchung stellte sich dann sehr schnell heraus, dass er nicht nur völlig dehydriert war, sondern auch keinen Urin mehr absetzen konnte."

Im Ultraschall zeigte sich die Blase gefüllt mit Harngrieß und Steinen; sie hatten die Harnröhre verschlossen - ein tierärztlicher Notfall, der bei Katern nicht selten vorkommt, weil sich die Harnröhre zur Penisspitze hin sehr verengt.

Drei Mal muss der Kater nun operiert werden: Der Penisamputation folgt ein weiterer Eingriff, weil sich erneut Steine in der Harnröhre ansammeln. Schließlich wird  ein Blasenkatheter gesetzt, um Steine und Grieß abließen zu lassen. Rotlichtbestrahlung, Antibiotikagabe, intravenöse Zufuhr von Nahrung - Elvis erhält im Tierheim das volle Programm. "Er ist sehr lieb und unendlich geduldig", sagt die Tierheimleiterin. "Wir wünschen ihm von Herzen, dass er diese gesundheitliche Krise meistert und danach ganz schnell ein schönes Zuhause findet."

Doch Elvis ist nicht der einzige Notfall im Tierheim Wesel - auch Monty macht dem Team große Sorgen. Monty ist eine 15 Jahre alte Podencomixhündin, die nach dem Tod ihrer Besitzerin vor wenigen Tagen ins Tierheim gebracht wurde. Die Hündin sucht verzweifelt nach ihrer Bezugsperson und lässt sich kaum ablenken. Sie kommt nur selten zur Ruhe und auch nur dann, wenn sich eine Betreuerin zu ihr setzt und ihren Kopf streichelt. Monty ignoriert ihre Artgenossen, nimmt nun aber wenigstens schon langsam etwas Futter an.

"Monty braucht ganz dringend eine ruhige Umgebung bei liebevollen Menschen, die ihr viel Aufmerksamkeit und Zuneigung schenken. Außerdem sollte das neue Zuhause möglichst in der Nähe unseres Tierheims liegen, damit wir die notwendige  tierärztliche Versorgung der Hündin übernehmen können", umreißt Gabi Wettläufer die Voraussetzungen für eine Vermittlung.

Neben Hündin Monty kommen aus diesem Haushalt einer tierschutzengagierten Frau noch fünf Katzen, alle älter als zehn Jahre. Ähnlich wie Monty trauern sie sichtlich um ihr verlorenes Zuhause. Zurzeit  sind sie noch in der Krankenstation untergebracht, werden aber in den nächsten Tagen gemeinsam in ein kleines Katzenhaus umziehen.

Wer sich für die Notfälle im Tierheim interessiert, ist zu den Öffnungszeiten herzlich willkommen. Ebenfalls freut sich das Tierheim über Spenden für die Tierarztkosten seiner  neuen vierbeinigen Patienten.

Das Tierheim Wesel gehört zum Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT). Der Verband mit Sitz in Moers und Hauptstadtbüro in Berlin wurde vor 55 Jahren gegründet. Mehr Infos zu seiner Tierschutzarbeit unter: www.bv-tierschutz.de und www.tierheim-wesel.de.

 

 

Nach sieben Jahren Tierheim

Nach sieben Jahren Tierheim

Andra hat endlich endlich ein neues Zuhause

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Wie die hohe Hundesteuer die Vermittlung von Listenhunden blockiert

2. April 2017. Tierheim Wesel. Für Andra haben sich nach fast sieben Jahren ununterbrochenem Tierheimaufenthalt endlich die Tore geöffnet. Die acht Jahre alte Hündin ist vor kurzem zu ihren neuen Besitzern gezogen und hat sich nach deren Auskunft schon gut eingelebt.

Das Tierheimteam um Gabi Wettläufer freut sich sehr über die glückliche Vermittlung: "Andra war unser größtes Sorgenkind", sagt die Tierheimleiterin. "Sie gehört zu den "gefährlichen Rassen", die im Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) festgehalten sind und für die in Wesel eine erhöhte Steuer gezahlt werden muss - entsprechend schwierig gestaltete sich ihre Vermittlung."

672 Euro Hundesteuer fallen nun für die neuen Halter von "Listenhund" Andra an, während die übrigen Hundebesitzer im Kreis Wesel nur 94 Euro zu zahlen haben. Dass erhöhte Steuersätze für "Kampfhunde" deren Vermittlung aus Tierheimen immens erschweren, kritisieren Tierschutzorganisationen  seit langem.

"Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass sich die Gefährlichkeit eines Hundes nicht an seiner Rasse festmachen lässt", sagt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz, der das Tierheim in Wesel unterhält. "Insofern sind die von den Bundesländern festgelegten Rasselisten ebenso zu hinterfragen wie die von den Kommunen willkürlich hoch angesetzte Hundesteuer für Staffordshire & Co", so Styrie weiter.

Nichts ist in Deutschland so uneinheitlich geregelt wie die Hundesteuer. Sie wird jeweils von den Kommunen festgelegt und kann sich innerhalb eines Bundeslandes eklatant unterschieden. So verlangt zum Beispiel das nordrhein-westfälische Verl 24,60 Euro Hundesteuer pro Jahr und sieht auch keine höhere Besteuerung für "Listenhunde" vor. In Mettmann dagegen werden Besitzer von "Kampfhunden" mit 950 Euro zur Kasse gebeten - im Gegensatz zu 110 Euro für die übrigen Hunde.

"Die hohe Hundesteuer für Andra hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass sie fast sieben Jahre keine Vermittlungschance hatte", sagt die Tierheimleiterin Gabi Wettläufer. In den vergangenen Jahren gab es mehrere Gerichtsentscheidungen, wann Steuersätze für "gefährliche Hunde" noch akzeptabel seien und wann sie eine "erdrosselnde Wirkung" haben. Für ersteren Fall hat das rheinlandpfälzische Oberverwaltungsgericht im Januar 2017 die vom Kläger monierten 1000 Euro pro Jahr (statt 60 Euro "normaler" Hundesteuer) als annehmbar bezeichnet, im zweiten Fall jedoch nicht. Hier lehnte das Bundesverwaltungsgericht 2014 die auf 2000 Euro festgesetzte Hundesteuer als zu hoch ab. Eine derartige Höhe sei angelegt, die Haltung von "Kampfhunden" unmöglich zu machen, so die inhaltliche Begründung.  

Andra ist die Hundesteuerdebatte völlig egal - sie genießt ihr Leben bei ihren neuen Freunden in vollen Zügen. "In unserer Nachbargemeinde Moers wird gerade die Reduzierung der Hundesteuer um 50% für die ersten zwei Jahre nach Aufnahme eines Tierheimhundes diskutiert", so Gabi Wettläufer. "Es wäre zu überlegen, ob dieser Anreiz erstens auf "Listenhunde" ausgeweitet werden könnte, um von städtischer Seite die Tierheime bei der Vermittlung dieser Hunde zu unterstützen, und zweitens auch Wesel einen derartigen Vorstoß andenken könnte."              

Urteil gegen Hundezüchterinnen aus Schermbeck

Urteil gegen Hundezüchterinnen aus Schermbeck

BVT kritisiert das viel zu geringe Strafmaß

13. Februar 2017. Am Freitag fand vor dem Amtsgericht Wesel der Prozess gegen die Malteser-Züchterinnen aus Schermbeck statt. Im März des vergangenen Jahres waren über 270, zum Teil schwer verwahrloste, kranke und verletzte, Malteser von der Veterinärbehörde beschlagnahmt worden. 64 Hunde hatte das Tierheim Wesel, das vom Bundesverband Tierschutz unterhalten wird, aufgenommen.
Die 67jährige Hundezüchterin und ihre 38jährige Tochter standen am Freitag, 10. Februar, vor Gericht, angeklagt wegen schwerer Tierquälerei. Dennoch bleibt die Richterin mit jeweils 10 und sechs Monaten Haft auf Bewährung weit unter dem erwarteten Strafmaß. "§17 des Tierschutzes sieht vor, dass die Zufügung von länger anhaltenden erheblichen Schmerzen und Leiden mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden können", sagt Dr. Jörg Styrie. "Wir hätten schon ein höheres Strafmaß erwartet", zeigt sich der Geschäftsführer des Bundesverbandes Tierschutz sehr enttäuscht.
Die fürchterlichen Haltungsbedingungen waren an den beschlagnahmten Maltesern nicht spurlos vorrübergegangen: Viele brauchten Monate im Tierheim, bis sie annähernd bereit waren, Kontakt zu Menschen zuzulassen. Auch körperlich waren die meisten aufgenommenen Hunde in sehr schlechter Verfassung: Vereiterte Zähne, lange Krallen, Hunde mit Wasserkopf und anderen neurologischen Störungen, einem Malteser musste ein Bein amputiert werden - "es dürfte jedem klar sein, dass die Vermittlung von derartigen Notfällen äußerst kompliziert ist", so Jörg Styrie.
Um deutlich zu machen, dass tierschutzwidriges Verhalten auch spürbare Folgen haben muss, fordert der Kreis Wesel über 60.000 Euro von den beiden Frauen zurück. Die Summe setzt sich aus den Kosten zusammen, die für den Einsatz und die Unterbringung der Hunde in den Tierheimen Wesel, Kamp-Lintfort und Straelen entstanden sind.

 

Tierheim Wesel zum Welttierschutztag

Tierheim Wesel zum Welttierschutztag

Chipen und registrieren: Sicherheit für Haustiere gibt es nur im Doppelpack

1. Oktober 2016. Tierheim Wesel. Das vom Bundesverband Tierschutz unterhaltene Tierheim Wesel nimmt den Welttierschutztag am 4. Oktober zum Anlass, um die Besitzer von Haustieren auf die Notwendigkeit des Registrierens neben dem vorgeschriebenen Chipen hinzuweisen.

Ein entlaufenes Tier kann seinen Eigentümern nur dann wieder zurückgebracht werden, wenn Name und Adresse der Tierhalter in einer zentralen Datenbank gespeichert wurden. Diese Registrierung übernimmt zum Beispiel das Haustierregister Tasso kostenlos für alle Tierbesitzer.

"Wer sein Tier schützen möchte, lässt es chipen und registrieren", sagt Gabi Wettläufer, Leiterin des Tierheims Wesel mit Blick auf einen aktuellen Vorfall. Hier hatte sich der Besitzer eines Hundes, der als Fundtier im Tierheim Wesel abgegeben wurde, gewundert, warum er nicht umgehend über den Verbleib seines Hundes informiert wurde. Sein Hund sei doch gechipt, da müsse man ihn als Hundehalter doch ausfindig machen können, meinte er.

"Leider unterliegen viele Tierhalter diesem Irrtum", bedauert Gabi Wettläufer. Ohne Registrierung sei es nahezu unmöglich, ein entlaufenes Tier seinen Eigentümern zurückzubringen, so die Tierheimleiterin.
Auf dem 12 x 12 Millimeter großen Mikrochip, der in die linke Nackenseite des Tieres injiziert wird, ist eine 15-stellige Nummer vermerkt. Dieser Zahlencode wird einmalig für jedes Tier vergeben und der Code in den Impfpass geklebt.

Doch erst die Registrierung in einem Haustierregister wie Tasso ermöglicht die Zuordnung zu seinen Haltern. Dafür wird die 15-stellige Nummer des Tieres mit den Besitzerdaten (Name, Anschrift etc.) an Tasso weitergeleitet. Tasso speichert die Angaben unter einer separaten Nummer, die auf einer Tassomarke vermerkt werden. Diese Marke geht den Haltern wenige Tage nach der Registrierung zu.

Jedes Tier, das sich aus den verschiedensten Gründen von seinen Besitzern entfernt hat, kann nun über die Marke am Halsband sofort bei Tasso zugeordnet werden. Haben die Tiere keine Marke um, lesen Tierheim oder Tierarzt mit einem Lesegerät den Chip und fragen bei Tasso nach, ob diese Nummer einem Tier zugeordnet werden könne.

"Wir erleben häufig, wie verzweifelt Menschen auf der Suche nach ihrem Hund oder ihrer Katze sind", sagt die Tierheimleiterin. Und auch umgekehrt ist die Suche der Tiere nach ihrem geliebten Zuhause oft vergeblich. Viele verloren gegangene Tiere müssten nicht im Tierheim auf neue Besitzer warten, wenn sie registriert worden wären. Mehr Infos zum Tierheim und seinen Vermittlungstieren unter: www.tierheim-wesel.de

Zum Welttierschutztag: Die Idee eines Internationalen Welttierschutztages war Teil eines Forderungskataloges, den Vertreter von 152 Tierschutzvereinen aus 32 Ländern in Wien auf dem Internationalen Tierschutzkongress 1929 vorstellten. Die Idee dieses weltweit zu begehenden Tages geht auf den Schriftsteller Heinrich Zimmermann zurück. Erstmalig wurde der Welttierschutztag am 4. Oktober 1931 begangen. Es wird dem Heiligen Franz von Assisi (Namenstag) gedacht, der am 3. Oktober 1226 starb und u.a. wegen seiner Tierpredigten berühmt wurde.

Das Tierheim Wesel wird vom Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) unterhalten. Der BVT hat ein Hauptstadtbüro in Berlin und seinen Verbandssitz in Moers. Mehr zu seiner Arbeit unter www.bv-tierschutz.de





An der Lackfabrik 4     46485 Wesel     Telefon: 0281-56699     info@tierheim-wesel.de

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