Adieu, liebes Herrchen!

Vom Leid der ausgesetzten Tiere

„Am Morgen bist du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt. Du nahmst meine Leine – was war ich glücklich! Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub – hurra! Wir fuhren mit dem Wagen, und du hast am Straßenrand angehalten; die Tür ging auf und du hast einen Stock geworfen. Ich lief und lief, bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte. Aber als ich zurückkam, warst du nicht mehr da! In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um dich zu finden, aber vergebens. Ich wurde immer schwächer von Tag zu Tag ... Geliebtes Herrchen, ich will, dass du weißt, dass ich trotz des Leids, das du mir angetan hast, noch stets dein Bild erinnere. Und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte – ich würde auf dich zulaufen, denn ich hatte dich so lieb.“

(Verfasser unbekannt)

Diese bekannte Geschichte könnte sich tatsächlich so ereignet haben. Es ist eine traurige Wahrheit, dass vor allem in der Sommerzeit tausende von Haustieren täglich ähnliches Leid erfahren. Wenn Ende Juni die Reisezeit beginnt, entledigen sich viele Tierbesitzer kurzerhand ihrer Schützlinge. Sie werden abgestoßen, weil sie im Weg sind. Über die Urlaubssaison verteilt wird erwartet, dass auch in diesem Jahr wieder etwa 150.000 Tiere nicht mehr gewollt werden. Wer noch ein absolutes Mindestmaß an Verantwortungsbewusstsein besitzt, bringt sein Tier wenigstens direkt ins Tierheim. Er erspart dem Tier noch mehr Leid, und erleichtert den Tierheimen die Versorgung, weil sie wenigstens Informationen über die Neulinge erhalten, die sich so leichter vermitteln lassen. Viel zu oft aber werden Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und auch zunehmend Frettchen und Exoten einfach ausgesetzt.



Drohende Gefahren
An Parkplätzen, am Straßenrand, an Laternenmasten oder Papierkörben angebunden, gar im Zug „vergessen“ und in Mülltonnen versteckt, sind die Tiere plötzlich ihrem Schicksal überlassen. Angstvoll harren sie aus. Sie verstehen die Welt nicht mehr! Bis dahin noch Familienmitglied, sind sie plötzlich auf sich selbst gestellt – und allein. Sind sie angebunden, können sie nur hoffen, gehört oder gesehen zu werden, sonst folgt unweigerlich der Tod durch Hunger, Durst oder Kälte und Hitze. Freilaufende Hunde oder Katzen werden gar als wildernde Tiere angesehen und dürfen nach dem Bundesjagdgesetz erschossen werden. Auch der Straßenverkehr kann gerade für panisch gewordene Tiere eine tödliche Gefahr sein. Kleinere abgestoßene Tiere, wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Schildkröten und freigelassene Vögel sind kaum in der Lage zu überleben. Nicht selten werden gerade diejenigen Tiere ausgesetzt, die wenige Monate zuvor noch als niedliche Weihnachtsgeschenke dienten, um Herzen zu erweichen. Glück im Unglück haben die Tiere, die gefunden und ins Tierheim gebracht werden.

 

Einreisebestimmungen beachten
Eine böse Überraschung können Haustiere erleben, die von ihren Besitzern zunächst mit auf Reisen genommen werden. Haben die Tierhalter die nötigen Einreisebedingungen für das Ausland nicht bedacht, werden sie nicht über die Grenze gelassen. Herrchen oder Frauchen sind aber nicht immer bereit, auf den eigenen Urlaub zu verzichten, und so entledigt man sich kurzerhand seines „Freundes“. Wer mit seinem Tier den Urlaub im Ausland verbringen möchte, muss sich frühzeitig vor Reiseantritt mit den Einreisebestimmungen befassen. Für mögliche Impfungen müssen mehrere Wochen eingeplant werden (lesen Sie dazu auch Haustiere in der Sommerhitze).

Aussetzen ist verboten! Das Aussetzen von Tieren ist aber nicht nur ethisch verwerflich, sondern wird auch vom Gesetzgeber als so gravierend betrachtet, dass die Tat mit hohen Geldbußen geahndet wird. Unser Tierschutzgesetz besagt in § 3 Abs. 3: „Es ist verboten, ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen.“ Es ist traurig, dass es einer solchen gesetzlichen Regelung bedarf, denn ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren sollte ein selbstverständliches Gebot der Menschlichkeit sein.


Kennzeichnungspflicht kann Leid mindern
Der Tierschutz fordert seit Jahren eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für Hunde mittels elektronischen Mikrochips. Diese werden vom Tierarzt unter die Haut geschoben und können auch nur vom Tierarzt wieder entfernt werden. Auf dem Chip können viele hilfreiche Informationen gespeichert werden, mit denen auch entlaufene Tiere eindeutig zu identifizieren sind. Die Kennzeichnungspflicht ist eine Chance, die Zahl der ausgesetzten Tiere zu reduzieren. Vor Missbrauch und kriminellen Energien schützt aber auch diese Methode nicht.


Tierheime sehen der Urlaubszeit mit Sorge entgegen
Unsere Tierheime und die unserer Mitgliedsvereine erwarten wieder den jährlichen Ansturm von Fundtieren in der Urlaubszeit. Auch, weil viele Heime schon jetzt überbelegt sind. Trotzdem wird jedes Tier liebevoll aufgenommen. Im Tierheim erhalten die „Neuen“ zunächst eine umfassende Erstversorgung, die eine tierärztliche Versorgung mit einschließt, und sie können sich erst einmal von den Strapazen erholen. Die Mitarbeiter und Helfer sind ununterbrochen damit beschäftigt, Unterbringungen zu reinigen oder Decken zu waschen. Futter muss herangeschafft werden, und immer werden Streicheleinheiten verteilt. Gleichzeitig läuft die Vermittlung auf Hochtouren. Und nicht zu vergessen: Der „Papierkram“, denn in einem guten Tierheim muss die Verwaltung ebenso wie die Versorgung der Tiere tiptop sein. Die vielen Helfer werden wie immer unermüdlich im Einsatz sein – die allermeisten von ihnen ehrenamtlich in ihrer Freizeit.


Auch Sie können helfen:

Wer direkt bei den Tieren sein möchte, dem können wir den Kontakt zu unseren Tierheimen vermitteln. Für die Versorgung und Unterbringung der Tiere benötigen wir Ihre Unterstützung. Selbstverständlich können Sie über die Verwendung ihrer Spenden mitbestimmen. Sie können entscheiden, ob Sie die Futterkosten mittragen wollen oder sich an den Kosten für die tierärztliche Versorgung beteiligen möchten. Sie können Patenschaften für bestimmte Tiere übernehmen oder sich daran beteiligen oder auch mit Freunden oder Nachbarn eine Patenschaft teilen. Auch für erforderliche Umbaumaßnahmen benötigen wir Ihre Hilfe. Teilen Sie uns mit, was Ihnen wichtig ist. Die Tiere sind auf diese Unterstützung angewiesen.

Und letztlich: Seien Sie wachsam! Vielleicht gelingt es Ihnen, Tiere rechtzeitig vor ihrem Leid zu bewahren!

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