Hamster – empfindsame Einzelgänger

Hamster waren ursprünglich Steppenbewohner. Sie sind strikte Einzelgänger und auf ein Leben in karger Umgebung eingerichtet.

Tagsüber schläft der Hamster in einem mit Pflanzenmaterial ausgelegten Nest, das er in einem Erdbau selbst angelegt hat. Bei Dämmerung werden die Tiere aktiv und begeben sich auf Futtersuche, wobei sie aufgrund ihres kargen Umfelds viel laufen müssen. Ihre Nahrung besteht aus gemischter Kost. Wenngleich sie sich überwiegend von Getreide und Früchten ernähren, benötigen sie auch tierisches Eiweiß, das sie in Form von Insekten, Würmern oder kleinen Wirbeltieren zu sich nehmen. Was sie nicht sofort verzehren, transportieren sie in ihren großen Backentaschen in ihren Bau und speichern es dort.

Als nachtaktive Tiere haben Hamster kein gutes Sehvermögen. Farb- und Formensehen sind wahrscheinlich nur wenig ausgeprägt. Dagegen ist das Gehör sehr gut entwickelt und nimmt auch Frequenzen aus dem Ultraschallbereich wahr. Um während des Tages ungestört schlafen zu können, können sie die Ohrmuscheln zusammenfalten. Die Hauptorientierung erfolgt jedoch über den Geruchssinn. Durch Duftmarken, die der Hamster über seine Talgdrüsen beiderseits der Flanken sowie über Kot und Harn absetzt, findet er sich auch bei Dunkelheit in seinem Revier zurecht. Zusätzlich helfen ihm feine Tasthaare.

Der Hamster ist ein Winterschläfer. Sinkt die Außentemperatur auf unter 15 °C, beginnt die Aktivität der Tiere deutlich nachzulassen. Mit Einsetzen des Winters verstopft der Hamster dann seinen Bau und verfällt in eine Winterruhe, bis es wieder wärmer wird.

Bemerkenswert ist, dass die in unserer Obhut lebenden Goldhamster bis heute ihr Wildtierverhalten bewahrt haben.

In einem Versuch, in dem gezüchtete Hamster ein Umfeld zur Verfügung hatten, das den natürlichen Bedingungen nahe kommen sollte, zeigte sich, dass sich die Tiere ohne Umschweife arttypische Bauten anlegten, in denen sie von Oktober/November bis März/ April überwinterten und in den Sommermonaten ihre Jungen erfolgreich aufzogen.

Allerdings schafften das nur diejenigen, denen es gelungen war, ein eigenes Territorium zu sichern.

Dieses Verhalten ist umso erstaunlicher, als das man heute durch molekulargenetische Studien weiß, dass der domestizierte Goldhamster, wie durch einen Vergleich mit einer heute lebenden Wildpopulation gezeigt werden konnte, etwa 70% seiner genetischen Vielfalt eingebüßt hat. Dabei ist der Hamster ein vergleichsweise junges Haustier. Ursachen sind zum einen die etwa 75 Jahre lange unterschiedliche Entwicklung der Populationen und zum anderen die Tatsache, dass unser Goldhamster von einer einzigen Familie abstammt!

Rolf Gattermann vom Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität + Halle/Wittenberg hat die erstaunliche Geschichte der Goldhamster rekonstruiert. Im Jahr 1797 wird das Tier von einem britischen Arzt erwähnt und 1839 vom Kurator der Londoner Zoologischen Gesellschaft erstmals wissenschaftlich beschrieben, ohne dass der Autor selber ein lebendes Exemplar gesehen hätte.

Etwa hundert Jahre später benötigte ein israelischer Forscher ein neues Versuchstier für seine Untersuchungen und ein Freund fand in Syrien eine Goldhamstermutter mit ihren Jungen. – So wurde am 12. April 1930 in der Umgebung der Stadt Aleppo (Syrien) ein Goldhamsterbau ausgegraben, in dem sich ein Weibchen und 11 Jungtiere befanden. Von den Jungen konnten an der Hebräischen Universität von Jerusalem drei Männchen und ein Weibchen aufgezogen und vermehrt werden. Aus dieser Bruder-Schwester-Verpaarung stammen alle Goldhamster, die sich weltweit in Menschenhand befinden. In freier Natur galt der Goldhamster bis vor wenigen Jahren als verschollen bzw. ausgestorben.


Und so lebt der Hamster bei uns:
Hamster als Versuchstier – für Tierschützer ein Dorn im Auge

Nachdem der Goldhamster erstmals für Forschungszwecke aus der freien Wildbahn geholt wurde, war er als Versuchstier, das sehr infektionsanfällig ist, bald sehr begehrt und fand innerhalb weniger Jahre weltweite Verbreitung. Heute sind Millionen von ihnen in Labors eingesperrt. In Deutschland werden etwa 8.000 Tiere jährlich vor allem für biologische Grundlagenforschung und Erforschung und Entwicklung von Produkten und Geräten für die Human-, Zahn- und Veterinärmedizin verwendet. Dass es nicht mehr sind, dazu hat ihnen zum einen ihr Stummelschwänzchen verholfen: man kann sie einfach nicht am Schwanz hochheben! Zum andern schützt sie ihr auf Abwehr eingestelltes Wesen, was sie bei Laboranten äußerst unbeliebt macht!


Hamster in der Hobbyzucht –
aus Tierschutzsicht nicht zu befürworten

Hamster vermehren sich relativ leicht. Die kurze Tragezeit von 16-18 Tagen und eine Säugeperiode der Jungtiere von 15-21 Tagen machen einen Zuchterfolg schnell sichtbar. Gleichzeitig sind die Kosten für Anschaffung und Unterhaltung der kleinen Tierchen vergleichsweise gering. Diese Voraussetzungen motivieren zum Züchten.

Allerdings warnen wir davor. Mit einem Wurf werden immerhin 3-12 Jungtiere geboren und oft wird zuwenig bedacht, dass für alle Jungtiere rechtzeitig ein liebevolles und kompetentes Zuhause gefunden werden muss. Als Tierschützer können wir Hobbyzucht grundsätzlich nicht befürworten.

Einige Anpaarungen müssen aus Tierschutzgründen unbedingt unterlassen werden: Es drohen Qualzuchten oder Defektzuchten. Nur beispielhaft können hier einige aufgeführt werden. So leidet der Weißkopf-Roborowksi an der Dreherkrankheit. Die betroffenen Tiere drehen sich im Kreis und sind kaum in der Lage, geradeaus zu laufen.

Nachkommen von Hamstern mit weißem Bauch werden zum Teil augenlos geboren. Ähnliches gilt für die Verpaarung von gescheckten Campbells. Auch hierbei kommen die Jungen oft augenlos oder mit zu kleinen Augen auf die Welt.

Bei Nachwuchs aus Kreuzungen von Satin- oder Teddyhamstern untereinander ist das Deckhaar oft zu dünn.

Besondere Vorsicht ist, wie bei anderen Tierarten auch, immer dann geboten, wenn mit seltenen Farbschlägen gezüchtet wird. Diese werden von vielen Züchtern derart überzüchtet, dass die Tiere anfällig für Infektionskrankheiten werden.

Grundsätzlich sollten Mittelhamster, zu denen auch der Goldhamster zählt, nicht mit Zwerghamstern, angepaart werden. Die Überlebenschancen der Nachkommen sind gering und es kommt darüber hinaus häufig zu Fehlgeburten und Missbildungen. Ebenso besteht ab bestimmten Größenunterschieden Lebensgefahr für das Muttertier.


Hamster in der Heimtierhaltung –
hohe Anforderungen an artgerechte Haltung

Allein in Deutschland werden etwa eine Millionen Hamster als Heimtier gehalten. Betrachtet man ihre Biologie, so ist es eigentlich verwunderlich, dass sie vor allem in Kinderzimmern Einzug gehalten haben.

Ihre Bedürfnisse sind auf ein wenig geselliges Leben ausgerichtet und so legen sie keinen großen Wert auf Gesellschaft – weder die von Artgenossen noch die von Menschen. Im Gegenteil – haben Hamster keine Möglichkeit sich abzugrenzen, geraten sie in eine Stresssituation, die ihrer Natur entsprechend meist zu aggressivem Verhalten führt. Daher gilt: je Behausung darf nur ein Tier gehalten werden.

Für die nachtaktiven Tiere ist es wichtig, dass sie tagsüber ihren ungestörten Schlaf erhalten. Sie dürfen nicht geweckt werden! Häufiges Wecken steigert ihre Aggressivität. Wer wird nicht unleidlich, wenn er häufig aus dem Schlaf gerissen wird!

Sind Hamster aber erst einmal wach, so ist ihr Bewegungsbedarf enorm und kaum zu erfüllen. Freilauf im Garten aber ist aufgrund der schwachen Bindung zum Menschen und der geringen Körpergröße unmöglich – sie wären schnell unauffindbar. Freilauf in der Wohnung bleibt für die kleinen Tierchen immer gefährlich. Als Nagetiere lieben sie Stromkabel. Als gute Kletterer erobern sie beispielsweise Gardinen. Jedoch können sie nur nach oben klettern, nach unten lassen sie sich fallen. Knochenbrüche und lebensgefährliche Verletzungen an der Wirbelsäule sind somit bei Hamstern nicht selten.

Zur Befriedigung des Bewegungsdranges werden in der Regel die handelsüblichen Laufräder eingesetzt. Dennoch stellen sie allenfalls eine Notlösung dar.

Werden die Bedürfnisse des Hamsters zu wenig berücksichtigt, leiden sie und werden verhaltensauffällig. Stereotypische Bewegungsmuster wie Gitterbeißen und Manegebewegung sind weit verbreitet. Ebenso gesteigerte Aggressivität, die nicht selten zu Formen von Kannibalismus und Selbstverstümmelung (Schwanzbeißen) führt.

Das Handling bedarf größter Sorgfalt. Möchte man die Tiere aufnehmen, lässt man sie am besten auf die Hände krabbeln. Der Griff ins Nackenfell – wie er bei Kaninchen noch angewendet wird – ist wenig vertrauensfördernd und kann darüber hinaus schädlich sein.

Viele Hamster leiden auch unter falscher oder mangelhafter Fütterung. Nicht immer wird beachtet, dass sie keine Vegetarier sind. Eiweißmangel ist die Folge, die oft Mitursache für die gesteigerte Aggressivität bis hin zur Selbstverstümmelung ist. Besonders anfällig sind Hamster, wie auch andere Kleintiere, für verdorbenes Futter. Schnell entstehen Durchfallerkrankungen, die Analregion verklebt und die Entstehung von Folgekrankheiten wird begünstigt. Auch kann passieren, dass Backentaschen verstopfen und dies zu schweren gesundheitlichen Problemen führt. Fazit: Tiergerechte Haltung von Hamstern ist äußerst schwierig. Als Tierschützer muss man sie sehr kritisch betrachten.

Alina Wegener und ihr Hamster

Hier berichtet eine mit dem BVT e.V. befreundete Tierschützerin über ihre Erlebnisse mit ihren Tieren.

Alle Geschichten können Sie hier lesen.


Als ich zum Studieren wegzog, vermisste ich meine Tiere. Ich wusste zwar, dass sie durch meine Schwester gut vesorgt waren, aber ich hätte sie am liebsten alle mitgenommen. Nun, in eine Ein-Zimmer-Wohnung ging das wohl kaum. Also überlegte ich mir, welches Tier ich dort gut halten könnte. Ich entschied mich für einen Hamster. Zwar wollte ich eigentlich kein Tier aus dem Zooladen kaufen, aber als ich die Gruppe Goldhamster in den kleinen Käfigen sah, überkam mich das Mitleid und ich tat es doch. Ich nahm Albert bei mir auf. Albert war ein geduldiger, lieber, ruhiger Hamster, der mir zeigte, wie er gern leben wollte. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich damals keine große Ahnung von Hamstern und ihren Bedürfnissen hatte. Nach und nach wurde mir klar, dass ich mir ein falsches Bild von der Haltung gemacht hatte. Um es auf den Punkt zu bringen: Albert war keineswegs mit seinem Käfig einverstanden. Er nagte sich nach relativ kurzer Zeit aus dem Käfig heraus und im Nachhinein bin ich froh darüber, denn ich schäme mich noch heute für den wenigen Platz, den ich ihm zugestand. Albert schlief nun also tagsüber in seinem Käfig und abends stand er auf und durchstreifte das Zimmer. Natürlich richtete er hier einigen Schaden an, weswegen ich bald dazu überging, mein Zimmer einigermaßen hamstersicher zu gestalten. Der Teppich war eh schon hinüber, aber ich brachte auch die Stromkabel vor ihm in Sicherheit. Albert interessierte sich für alles, was nicht niet- und nagelfest war. Einmal biss er das Kabel meiner Laptop-Maus ab und versuchte, diese in sein Schlafhaus zu schleppen. Ich fand sie am nächsten Morgen, übersät mit Bissspuren. Hamster begehen damit nicht etwa Vandalismus, sondern sie nehmen sich Dinge mit, die sie interessieren oder zernagen andere, die ihnen im Weg sind. Ich habe beobachtet, dass ihr Pfad der Verwüstung immer einen strategischen Hintergrund hat, auch wenn das für uns Menschen keinen Unterschied macht, wenn man dem Vermieter einen neuen Teppich kaufen muss. Ein anderes Mal, wir waren beide zu Besuch bei meiner Familie, kletterte er das Regal hoch und verschwand hinter der Vertäfelung. Erst eine Woche später fanden wir ihn im Keller wieder, nachdem wir seine typischen Bissspuren an einer Banane fanden. Er lebte mittlerweile unter der Waschmaschine und hatte Durchfall von der Bananenschale bekommen. Ich war überglücklich über seine Rückkehr, wusch ihn und wickelte ihn in ein Handtuch. Ein paar Tage später hatte er sich von dem Ausflug erholt. Ein weiteres Mal verschwand er wieder hinter der Vertäfelung des Badezimmers. Ich schloss mich im Bad ein und bohrte ein faustgroßes Loch in die Holzwand, während meine Mutter protestierend an der Tür klopfte. Albert sah mich durch das Loch verdutzt an und kam wieder zu mir gelaufen. Hamster sind eben Freigeister. Ich glaube, kaum ein Tier wird durch falsche Haltung so gequält wie der Hamster. Oftmals als erstes Haustier für Kinder gekauft, weil sie klein und niedlich sind, machen die Besitzer alles falsch, was sie falsch machen könnten. Ich bildete als Kind keine Ausnahme. Hamster können durchaus zahm und anhänglich sein, wenn man sich mit ihnen beschäftigt, aber Hamster mögen nicht bekuschelt, gedrückt und ständig hochgenommen werden. Für sie ist es auch purer Stress, wenn sie tagsüber geweckt werden. Natürlich stehen sie selbst tagsüber mal auf und nehmen einen kleinen Snack zu sich, aber nichtsdestotrotz sind sie nachaktive Tiere. Als ich Albert hatte, habe ich gelernt, auf ihn Rücksicht zu nehmen. Teilt man sich sein Zimmer mit einem Hamster, kann man nicht tagsüber laut Musik hören. Wenn ich erfahre, dass winzige, bunte Hamsterkäfige in Kinderzimmern stehen, zieht sich bei mir alles zusammen. Jedes Mal, wenn Albert mich zu laut fand, schaute er aus seinem Schlafhäuschen, verzog seine Schnute und quiekte. Oftmals sind Hamster hemmungslos überzüchtet, stammen aus einem kleinen Genpool und erkranken schlimmstenfalls, ebenso wie beispielsweise Ratten, an bösartigen Tumoren. Aufgrund des schnellen Stoffwechsels sterben sie daran relativ zügig. Ich erinnere mich an die Odyssee mit Albert, die Biopsie seines Tumors und die ständigen Tierarztbesuche. Ich konnte ihn nicht loslassen, dabei hätte ich ihn schon viel eher gehen lassen sollen. Albert war mein WG-Partner während des Studienbeginns und dann war er plötzlich nicht mehr da. Ich schlich mich nachts auf den Friedhof meines Stadtteils und begrub ihn. Im Schnitt werden aber auch gesunde Hamster nur 2-3 Jahre alt. Man sollte sich also gut überlegen, ob man in der Lage ist, sich nach so kurzer Zeit von einem Tier zu verabschieden. Später habe ich im gleichen Zooladen zwei kranke Hamster geholt, die aufgrund einer fortgeschrittenen bakteriellen Infektion nach einigen Tagen starben. Beide waren aufgrund mangelnder Hygienemaßnahmen des Personals mit E.coli Bakterien infiziert. Zudem mussten die Hamster im Zooladen direkt unter den Wellensittichen leben, die tagsüber sehr laut waren, was für erheblichen Stress bei den Nagern sorgte. Ich habe allein zwei Zooläden aufgrund dieser Zustände beim Veterinäramt gemeldet, weil ich das Elend nicht mehr ertragen konnte. Ein Amt hat glücklicherweise reagiert und als es feststellte, dass die Eigentümer nichtmal eine Erlaubnis hatten, die Tiere zu verkaufen, wurde der Tierhandel dort eingestellt. Danach habe ich keinen Zooladen mehr betreten. Ok, ich hatte sowieso Hausverbot bekommen, aber auch andere Zooläden betrat ich nicht mehr. Wie Tiere dort zur Schau gestellt und gequält werden durch falsche Haltung, kann einem nur wehtun. Die Hamster, dessen Käfige an den Schaufenstern stehen, die sich zu viert in ein Häuschen quetschen, nur um etwas Ruhe zu haben, haben ein besseres Leben verdient. Doch nicht nur dort werden Tiere gequält. Einige Jahre später nahm ich Fred auf. Eine sogenannte Züchterin hatte Nottiere abzugeben und als ich zu ihr kam, sah ich, wie groß die Not wirklich war. Sie hatte unkontrolliert gezüchtet, brachte mir einen Karton mit gut 15 erwachsenen Hamstermännchen (die man gar nicht gemeinsam halten sollte) und ich sollte mir eines aussuchen. Am liebsten hätte ich alle mitgenommen und ihnen ein schönes Zuhause geschenkt, aber da Hamster Einzelgänger sind, musste ich mich für einen entscheiden. Ich entschied mich für Fred, da er aufgrund seiner etwas schmutzigen Farbe keine großen Chancen hatte bei den typischen Hamsterkäufern. Die Frau, offensichtlich geistig nicht ganz auf der Höhe, erzählte mir, wie süß es sei, wenn ihre Katzen mit den Hamstern spielten und dass dabei bisher noch keiner gestorben sei. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Wie konnte diese Frau aus purer Ignoranz und Gleichgültigkeit nur die Tiere so quälen. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich jeden und alles dem Veterinäramt melde, nur weil sich die Katze in der Tür den Schwanz einklemmt oder der Hund mal struppiges Fell hat, aber ich kann bei so eklatanten, sich wiederholenden quasi Gewalttaten gegen die Tiere nicht wegsehen und ich kann nur dazu ermutigen, dass man sich traut, etwas zu sagen. Dementsprechend verhaltensgestört war Fred anfangs auch. Er fauchte und quiekte, wenn man nur in seine Nähe kam und war sehr scheu. Nach einigen Wochen legte sich das und er wurde sehr anhänglich. Nach knapp 3 Jahren starb er als alter Hamstermann auf meinem Arm. Nun habe ich Ted bei mir. Ted ist ein weißer Teddyhamster, den ich aus einer Pflegestelle aufgenommen habe. Während ich schreibe, läuft Ted durch das Schlafzimmer und stellt sich ab und an auf die Hinterbeine und beobachtet mich. Gern klettert er auch die Heizung hoch und setzt sich zum Dösen auf das Fensterbrett. Mittlerweile ist das Zimmer komplett hamstersicher, denn auch ich habe dazu gelernt. Natürlich würden Hamster am liebsten aus dem Fenster springen und durch die Wiesen hüpfen, aber Albert hatte eindrucksvoll bewiesen, dass seine Survivaltechniken nicht mal für eine Woche Hauserkundung reichten. Jedoch kann man auch im sicheren Rahmen, z.B. durch Auslaufmöglichkeiten innerhalb eines Zimmers, einen Hamster sehr glücklich machen und man entdeckt viele liebenswerte Charakterzüge an ihm, die einem sonst gar nicht aufgefallen wären.

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