Bundesverband Tierschutz appelliert an Verbraucher: Tierschutz auch zu Ostern!

Berlin, 23. März. Während seit Wochen fröhliche Küken aus Schokolade und Marzipan in den Supermärkten den Verbrauchern entgegen lächeln, haben ihre lebenden Vertreter keinen Anlass dazu. Eine Woche vor Ostern scheiterte der Gesetzes-Antrag der Grünen und Linken im Bundestag, das Töten männlicher Küken zu verbieten.
Der Hintergrund: Bis zu 50 Millionen Küken aus der Legehennenlinie sterben pro Jahr in Deutschland (ca. 330 Millionen in der EU) am ersten Tag ihres Lebens, weil sie mit dem falschen Geschlecht zur Welt kommen. Hähne legen keine Eier, setzen kaum Fleisch an und eignen sich darum nicht zur Mast. Und so werden die männlichen Küken direkt nach dem Schlupf mit maschineller Präzision getötet. "Diese Praxis ist zutiefst unethisch und verstößt nach unserer Auffassung gegen das Tierschutzgesetz", sagt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT).
Auch Johannes Remmel, Landwirtschaftsminister aus NRW, hatte die millionenfache Tötung von Lebewesen als tierschutzwidrig bezeichnet und sie mit einem Erlass 2013 verboten. Doch das Verwaltungsgericht Minden untersagte den Alleingang mit Verweis auf das Tierschutzgesetz und die Berufsfreiheit der Kükenmäster.  
"Wir haben derzeit die unhaltbare Situation, dass gesetzlich das Töten von Millionen Küken gedeckt ist", kritisiert Dr. Jörg Styrie. Und genau dies forderten die Antragsteller im Bundestag: Nämlich das Tierschutzgesetz dahingehend zu ändern, dass "wirtschaftliche Interessen" nicht länger einen "vernünftigen Grund" für das Töten darstellten.
Doch die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD lehnte ab. Sobald das noch in der Entwicklung befindliche Verfahren der frühen Geschlechtererkennung im Ei abgeschlossen sei, würde sich das Töten erübrigen. Bei dem Verfahren werden die Eier aussortiert, in denen ein männliches Küken heranreifen würde.
"Die zähe Debatte um das Töten der sogenannten Eintagsküken wirft ein Licht auf die systemimmanenten Probleme in der Massentierhaltung", sagt der BVT-Geschäftsführer. "Nachhaltige Verbesserungen in der Landwirtschaft müssen  - solange die Politik mit gesetzlichen Verbindlichkeiten zögert - mit Unterstützung der Verbraucher vorangetrieben werden."
Gerade zu Ostern sind ein tierfreundliches Verhalten und bewusste Kaufentscheidungen möglich. "Verzichten Sie auf Lamm- und Kaninchenbraten", appelliert Dr. Jörg Styrie an die Konsumenten, "und vor allem: Schenken Sie Ihren Kindern kein Kaninchen oder anderes lebendes Jungtier zu Ostern." Die überstürzte Anschaffung von Haustieren zu Ostern ist der häufigste Grund für eine spätere Abgabe im Tierheim.
"Denken Sie bitte auch daran, dass Fertigprodukte mit Eiern und gefärbte Eier in der Regel aus der Käfighaltung stammen. Achten Sie auf die Eier mit der 0 (Biohaltung) oder 1 (Freiland) und greifen Sie im Sinne der Tiere nicht zu billigem Discounterfleisch. Wählen Sie Produkte aus artgerechter Haltung von anerkannten Bioverbänden oder versuchen Sie es zum Fest doch einmal mit einem vegetarischen oder veganen Ostermenü", so der BVT-Geschäftsführer abschließend.

Keine lebenden Tiere zu Weihnachten schenken

Welches Kind wünscht sich nicht zu Weihnachten einen Welpen, ein Kaninchen, Meerschweinchen oder einen ähnlichen niedlichen Spielgefährten? Bei jungen Mädchen steht oft häufig das eigene Pferd auf der Wunschliste für das Christkind.

Aber Vorsicht – Tiere sind kein Geschenkartikel wie ein Fahrrad, ein Stofftier oder ein Handy. Wer sich ein junges Tier zulegt, muss sich darüber im Klaren sein, dass dieses für mindestens 15 Jahre das Leben der Familie beeinflusst. Auf Flugreisen können Sie es so gut wie nicht mitnehmen. Auf solche Flugreisen müssen Sie dann verzichten, oder Sie lassen Ihr Tier fremd betreuen. Auch Kaninchen und andere kleinere sogenannte werden nicht mit in den Urlaub genommen. Das wäre für sie auch Quälerei. Aber was soll dann mit ihnen während der Zeit geschehen? Was ist im Übrigen, wenn das Kind größer wird und sich seine Interessen von den Schmusetieren zu anderen Themen verlagern? Das Tier braucht dann immer noch Zuwendung, Auslauf und Futter. Und es ist immer noch Familienmitglied!
Schrecklich ist die Vernachlässigung zunächst gehätschelter Babytiere, die dann nach einiger Zeit nicht mehr so interessant und auch nicht mehr so süß sind wie am Anfang.
Auch das Reitpferd ist kein Gebrauchsgegenstand, den man in die Ecke stellen kann, wenn man feststellt, dass man mit ihm nicht so gut klarkommt oder wenn plötzlich andere Freizeitaktivitäten interessanter erscheinen.
Wer sich einen jungen Hund anschaffen möchte, bedenke bitte auch unsere Information über den illegalen Welpenhandel. Wer über das Internet, auf der Straße oder auch sonst einen Welpen unklarer Herkunft kauft, muss sich darüber im Klaren sein, dass er damit im Zweifel erhebliches Tierleid unterstützt. Der gekaufte Welpe selbst hat möglicherweise schon schlimme Wochen hinter sich – auf engem Raum, unter schlechten hygienischen Bedingungen und ohne persönliche Zuwendung durch Betreuungspersonen im Herkunftsland. Wenn er aus den hierfür bevorzugten Nachbarländern des ehemaligen Ostblocks kommt, so hat er auch einen langen und beschwerlichen Transportweg hinter sich. Viele Welpen versterben schon bei dieser Gelegenheit auf jämmerliche Art und Weise. Auch die Muttertiere sind ganz besonders zu bedauern, die zu Gebärmaschinen degradiert keine andere Aufgabe haben als einen Wurf nach dem anderen zu „produzieren“.
Die Tiere aus dem Ausland sind auch oft Züchtungen, die in Deutschland verboten sind, wie die sogenannten Qualzuchten oder auch die (tatsächlich oder vermeintlich) besonders gefährlichen Hunderassen und deren Kreuzungen. Dann bekommen die Halter beim Heranwachsen ihres neuen Familienmitgliedes , wenn das Kampfhund-Aussehen langsam durchkommt, auch noch Ärger mit den deutschen Behörden und müssen mit ansehen, wie ihr schon liebgewonnener Freund am Ende vielleicht sogar ins Tierheim kommt. Den Welpen aus dem Ausland fehlen häufig auch die notwendigen Papiere und Impfungen.
Der illegale Welpenhandel darf nicht gefördert werden. Auch das bevorstehende Weihnachtsfest sollte niemanden dazu verleiten, auf ein solches Angebot Zugriff zu nehmen, um den kleinen süßen Hund dann zu verschenken.
Kinder müssen von ihren Eltern konsequent darauf hingewiesen werden, dass mit der Anschaffung eines Haustieres eine jahrelange Verantwortung verbunden ist, auf der man sich nicht so einfach wieder davonstehlen kann.
Die Anschaffung eines Tieres muss sehr gut überlegt werden. Das Weihnachtsfest ist hierfür kein guter Anlass.
Denn die oft geradezu hektische Schenkfreudigkeit der Eltern und die entsprechende Erwartungshaltung der Kinder verstellen den Blick für die langfristigen Konsequenzen der Anschaffung eines Haustieres.
Eltern sollen ihren Kindern vermitteln, dass Tiere keine Sachen sind, weshalb sie eben, wenn sie noch so niedlich sind, auch nicht als Geschenke unter den Weihnachtsbaum gehören.
Und falls Sie sich für ein Tier, mit all der langfristigen Verantwortung entscheiden sollten, dann gehen Sie bitte ins Tierheim. Dort sind genug Tiere, die auch letztes Jahr Weihnachten verschenkt wurden und dann im Tierheim landeten. Diese Tiere warten auf eine neue Heimat – auch Welpen.

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